Literarischer Adventskalender

„Straßburger Glaubensbekenntnis -
Kommissar Sturnis dritter Fall“

Diese Adventszeit wird anders verlaufen, als wir sie uns vorgestellt und gewünscht haben. Pandemiebedingt sind wir dies- und jenseits des Rheins dazu gezwungen, viel Zeit zu Hause zu verbringen und viele Dinge, die diese Jahreszeit schön und lebenswert machen – Weihnachtsmärkte und vieles mehr – müssen in diesem Jahr entfallen.

Damit die Zeit im trauten Heim nicht zu lange wird, bietet Eurojournalist in diesem Jahr einen „literarischen Adventskalender“. Autor Stefan Böhm, der gerade den dritten Band seines Straßburger Ermittlers Antoine Sturni herausgebracht hat, stellt dafür exklusiv seinen neuen Kriminalroman „Straßburger Glaubensbekenntnis“ zu Verfügung und wünscht viel Spaß bei der Lektüre.

Besonders freut es ihn, damit in zweifacher Hinsicht ein grenzüberschreitendes Zeichen setzen zu können: Deutschsprachige Leserinnen und Leser im Elsass können von seinem Adventskalender profitieren und in Deutschland soll die Lust auf eine touristische Reise nach Straßburg – spätestens nach Ende der Pandemie – geweckt werden.

Autorenportrait

Stefan Böhm wuchs in Urbach, im Stuttgarter Ballungsraum auf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Stuttgart studierte er Rechtswissenschaften in Tübingen, Speyer und London. Der juristische Vorbereitungsdienst führte ihn nach Karlsruhe, Berlin, Speyer, Heidelberg und Paris. Erste berufliche Stationen waren nach dem zweiten juristischen Staatsexamen als Rechtsanwalt in Berlin und als europäischer Verbraucherschützer in Kehl/Straßburg. Seit vielen Jahren lebt er wieder in seiner Heimatregion, zunächst in Stuttgart und derzeit in Esslingen. Sein Lebenslauf machte ihn zum überzeugten Europäer und auch beruflich kümmert er sich um grenzüberschreitende und europäische Angelegenheiten.

Während eines zweijährigen Aufenthalts in Straßburg ließ er sich zu seiner Romanfigur Antoine Sturni inspirieren. In der Reihe erschienen sind bisher die Kriminalromane „Straßburger Geheimnisse“, bei dem es um einen Mord im EU-Milieu im Europäischen Parlament geht, „Pariser Enthüllungen“, bei dem der elsässische Ermittler an eine Spezialeinheit nach Paris entsandt wird, um dort korrupten Machenschaften in der Atomindustrie nachzugehen und – ganz neu – „Straßburger Glaubensbekenntnis“, bei dem er den Tod von zwei Frauen aufklären muss, die sterben mussten, weil sie das Geheimnis um das ketzerische erste gedruckte Buch der Welt aufdeckten und damit dunkle Mächte innerhalb der Kirche auf den Plan riefen.

Interview

Ein neues Buch kostenlos auf Eurojournalist zur Verfügung zu stellen ist ja eine nette Geste an die Leserinnen und Leser. Wie kam es dazu?

Eurojournalist ist eine deutsch-französische Oberrhein-Tageszeitung, die online erscheint. Seitdem ich zwei Jahre in Straßburg gelebt habe, liegt mir die Region besonders am Herzen und Straßburg ist bis heute eine zweite Heimat für mich geblieben. Auch beruflich beschäftige ich mich mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein und bin noch häufig vor Ort. Ich weiß daher sehr gut, wie hart das Frühjahr mit nahezu geschlossenen Grenzen aufgrund der Corona-Pandemie insbesondere für die Bewohner der Grenzregion am Oberrhein war. Im Herbst und Winter haben wir es nun mit einer zweiten Welle zu tun und verbringen notgedrungen viel Zeit zu Hause. Besonders in der Adventszeit ist das nicht leicht, wenn man eigentlich gerne über den wunderschönen Straßburger Weihnachtsmarkt schlendern würde. Mit meinem „literarischen Adventskalender“ möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, den Menschen auf angenehme Weise die Zeit zu vertreiben und sie – trotz der schwierigen Zeit – auch ein wenig zum Schmunzeln zu bringen. Bei „Straßburger Glaubensbekenntnis“ handelt es sich um eine Kriminalgeschichte, die eher humorvoll verstanden werden sollte.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Krimiserie mit einem Straßburger Ermittler herauszubringen?

Immer wenn ich mich in Straßburg aufhalte fühle ich mich wie im Urlaub, komme runter, entspanne. Die Stadt und die ganze Region haben für mich eine enorm hohe Lebensqualität, die Baudenkmäler, das Essen (Tipps unter: http://eurojournalist.eu/tag/gut-und-gerne/), die freundlichen Leute und der geschichtliche und kulturelle Mix zwischen Deutschland und Frankreich, das macht die Stadt einzigartig. Da ich leider nicht mehr dauerhaft dort lebe, war meine Krimiserie eine Möglichkeit, mich zumindest mental dort aufzuhalten. Außerdem habe ich bei Recherche und Schreiben noch eine Menge über Stadt und Region gelernt. Das hat viel Spaß gemacht.

Worum geht es denn in den ersten beiden Bänden?

Bei „Straßburger Geheimnisse“ geht es um einen Mord an einem hohen EU-Beamten, während der Gedenkfeier für einen verstorbenen Bundeskanzler im Europäischen Parlament in Straßburg. Als Täter kommt damit das Who’s Who der europäischen Spitzenpolitik in Betracht, die alle an der Feier teilgenommen haben. Das ist das Setting für die Geschichte. Um den Mord aufzuklären, muss der Straßburger Kommissar Antoine Sturni, der zwar in der „Europastadt“ Straßburg lebt, mit dem Milieu aber nicht das Geringste zu tun hat, sich in das Machtgefüge und die Strukturen der Europäischen Union einfinden, bei seinen Recherchen nach Brüssel und Frankfurt reisen.

Bei der Fortsetzung „Pariser Enthüllungen“ entsendet Sturnis Vorgesetzter ihn für drei Monate an eine Spezialeinheit nach Paris, um dort Korruptionsfällen in der französischen Atomindustrie nachzugehen. Als aus dem Canal Saint-Martin ein Toter geborgen wird, dessen Name in seinen Ermittlungsakten auftaucht, bekommt er es wieder mit einem Mordfall zu tun. Sturni erhält von einer berühmten Journalistin hochbrisantes Material, bevor diese selbst ermordet wird. Der Kommissar gerät damit selbst in das Visier der Ermittlungen und muss die Morde und die Korruptionsaffäre im Alleingang aufklären. Parallel erzählt wird die Geschichte zweier Migranten, die sich illegal in Paris aufhalten und zufälligerweise mit Sturni in der gleichen WG leben. Zum großen Finale geht es dann natürlich wieder zurück ins Elsass.

Und der literarische Adventskalender, das „Straßburger Glaubensbekenntnis“?

Nachdem ich meinen Kommissar im zweiten Band in die Hauptstadt Paris entsandt hatte, wollte ich im dritten Teil wieder einen richtigen Straßburg-Krimi schreiben, nach Möglichkeit mit historischen Bezügen. Bei der Recherche fiel meine Wahl auf das 15. Jahrhundert, eine ausgesprochen spannende Epoche für die Stadt. 1439 wurde die Spitze des Münsters fertiggestellt, das höchste Gebäude der Welt befand sich damit in Straßburg. Zur gleichen Zeit lebte Johannes Gutenberg in der Stadt und arbeitete an den Grundlagen für seine bahnbrechende Entwicklung, den Buchdruck, der die Welt verändern würde, wie nur wenige Erfindungen zuvor und danach. Ein fantastischer Plot für eine Kriminalgeschichte im hier und jetzt! Es handelt sich um keinen historischen Roman, die Geschichte spielt in einer fiktiven Gegenwart, doch gibt es immer wieder Rückblicke in die Epoche, in der das weltberühmte Münster vollendet wurde und Gutenberg den Buchdruck entwickelte, wahrgenommen durch die Brille des berühmten Erfinders.

Was wünschst du deinen Leserinnen und Lesern?

Ich wünsche Ihnen insbesondere während der Pandemie Gesundheit und viel positive Energie. Diese Zeit ist für uns alle eine Belastungsprobe. Mit meinen Büchern möchte ich unterhalten, es sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden. An der einen oder anderen Stelle regen sie vielleicht auch zum Nachdenken über das eine oder andere Thema an, jedoch immer mit einem Augenzwinkern. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern trotz aller Einschränkungen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und eine spannende Lektüre mit „Straßburger Glaubensbekenntnis“!